Bußgeldbescheid Einspruch bei Verkehrsordnungswidrigkeiten.

Sie wurden wegen überhöhter Geschwindigkeit geblitzt oder haben eine rote Ampel übersehen? Die Bußgeldstelle legt Ihnen einen Abstandverstoß zur Last oder geht davon aus, dass Sie mit dem Handy am Ohr gefahren sind? Doch aufgepasst – die Vorwürfe sind nicht immer einwandfrei. Bußgelder, Punkte in Flensburg oder ein Fahrverbot können trotzdem verhängt werden, wenn sich der Betroffene nicht wehrt.

Wann Ihr Einspruch gegen die Vorwürfe erfolgreich ist…

Was aber nun tun mit dem Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid? Auf jeden Fall ist es ratsam, mithilfe eines Anwalts Einspruch einzulegen, um danach Einsicht in die Bußgeldakte zu beantragen. Eine Anfechtung der Vorwürfe kann aus vielen Gründen Sinn machen. Wenn ein oder mehrere der folgenden Punkte bei Ihnen zutreffen, stehen die Chancen gut, die Sanktionen aus dem Bußgeldkatalog zu verhindern.
Formelle Fehler
  • Ablauf der Verjährungsfrist
  • Fehlerhafte Angaben zu den Personalien des Beschuldigten
  • Keine Angabe zum Fahrzeugkennzeichen
  • Kein Ausstellungsdatum
  • Fehlendes Aktenzeichen
  • Keine Angaben der zur Last gelegten Tat inklusive Zeit und Ort ihrer Begehung
  • Fehlender Hinweis auf die gesetzlichen Merkmale der Ordnungswidrigkeiten und die angewendeten Bußgeldvorschriften
  • Keine Auflistung der Beweismittel wie Messergebnisse und Blitzerfotos
  • Fehlender Hinweis auf die verhängten Sanktionen
  • Keine Rechtsbehelfsbelehrung
Technische Fehler / Fehler bei der Handhabung der Messanlagen
  • Fehlerhafte Messprotokolle
  • Im falschen Winkel aufgestellte Blitzer
  • Fehlerhaftes Justieren der Zieloptik eines Blitzers
  • Mindestabstand zwischen Messanlage & Verkehrsschild nicht eingehalten
  • Nicht ordnungsgemäß geeichte oder gewartete Messanlagen
  • Gleichzeitiges Messen mehrerer Fahrzeuge
  • Erforderliche Messstrecke beim Nachfahren nicht eingehalten
  • Ungünstige Witterungsbedingungen und Sichtverhältnisse
  • Zu kurze Dauer der Gelbphase bei Rotlichtverstößen
  • Unscharfe Blitzerfotos

Das Bußgeldverfahren: Fristen & Verjährung.

Was es mit der oben erwähnten Verjährungsfrist auf sich hat, soll hier noch einmal genauer betrachtet werden. Bußgeldvorwürfe können sich nämlich umgehend in Luft auflösen, wenn der Betroffene drei Monate nach Tatzeitpunkt immer noch keinen Bußgeldbescheid erhalten hat. Dabei muss aber stets mit einberechnet werden, ob inzwischen eine Anhörung in mündlicher oder schriftlicher Form erfolgt ist. In diesem Fall verlängert sich die Frist von drei auf bis zu sechs Monate.
Doch auch der Bußgeldbescheid Empfänger hat Fristen einhalten. So muss innerhalb von 14 Tagen nach Zustellung des Dokuments Einspruch eingelegt werden. Erfolgt die Zustellung an einem Samstag oder Sonntag, verlängert sich die Einspruchsfrist auf den Montag nach Ablauf der zwei Wochen. Fällt die Frist auf einen Feiertag, gilt auch erst der darauffolgende Werktag als Stichtag für den Einspruch. Hierbei ist zu beachten, dass nicht die Feiertagsregelung im Bundesland des Betroffenen relevant ist, sondern die des Bundeslandes, dessen Behörde den Bußgeldbescheid erlässt.

Wofür gibt es Bußgelder, Punkte in Flensburg & Fahrverbote?

Ein ordnungsgemäßer Bußgeldbescheid sollte auch darüber informieren, welche Tat Ihnen in welchem Ausmaß vorgeworfen wird. Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung müssen die zum Zeitpunkt der Messung gefahrenen km/h sowie die Angabe, ob der Betroffene innerorts oder außerorts geblitzt worden ist, angegeben sein. In Fällen von Abstandsvergehen wird detailliert aufgeführt, wie nahe Sie Ihrem Vordermann gekommen sind und bei Rotlichtverstößen, wie lange die Ampel schon auf Rot gestellt hatte. Steht ein Handyverstoß im Raum, sollte das Blitzerfoto den Fahrer eindeutig identifizieren.
Zudem ist auch aufgeführt, ob Strafen wie ein Bußgeld, Punkte im Fahreignungsregister oder Führerscheinentzug auf Sie zukommen, sollte der Vorwurf rechtskräftig werden. Möchten Sie überprüfen, ob diese Angaben korrekt sind, hilft Ihnen unser Bußgeldrechner auf die Sprünge.

Selbst Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einlegen.

Ihnen wird ein Verkehrsverstoß vorgeworfen, aber Sie wollen sich nicht kampflos ergeben? Kein Problem – jedem Betroffenen steht es frei, auch selbst Einspruch gegen die Bußgeldvorwürfe einzulegen. Bedenken Sie bitte die 14 Tagen Einspruchsfrist und laden Sie sich rechtzeitig die passenden Unterlagen als PDF und Word Dokument hier herunter: